Skandalöse Entscheidung des Stadtrats von Prag 11:

Das Asylhaus soll weg, die Kneipe lasst in Ruhe

 

Der Verein Společnou cestou betreibt seit über 10 Jahren in dem gemieteten Gebäude einer ehemaligen Kinderkrippe in der Straße Donovalská in der Prager Südstadt ein Asylhaus und eine Bürger-Beratungsstelle. Asyl finden hier jährlich mehr als hundert Mütter mit Kindern oder ganze Familien, die Beratungsstelle wird von über tausend Klienten aufgesucht. Genaue Infor­mationen dazu auf http://www.spolcest.cz.

Die Stadtverwaltung von Prag 11 (Südstadt) hat ohne vorherige Ankündigung den Mietvertrag mit dreimonatiger Wirkung gekündigt. Die Kündigung wird mit der unzureichenden Zahl von Kindergartenplätzen begründet. Argumente, wie die mögliche Nutzung anderer Gebäude als Kindergarten oder die Tatsache, dass eine dringend notwendige und im Stil ihrer Arbeit ein­ma­lige Einrichtung zerstört wird, werden nicht berücksichtigt. Das Rathaus lässt sich auch nicht darauf ein, nur einen Teil des Asylhauses als Kindergarten zu nutzen.

Für den Erhalt des Asylhauses (AH) kämpft der Verein gemeinsam mit seinem Partner, der Ge­meinde der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Gemeinsam ist es gelungen, diese Angelegenheit auf die Tagesordnung der Sitzung der Gemeindevertretung von Prag 11 am 22. Januar 2009 zu setzen. Der Antrag lautete folgendermaßen:

Der Stadtrat des Stadtteils Prag 11 fordert die Verwaltung des Stadtteils Prag 11 auf

1.      die Kündigung des Mietvertrages für den Verein Společnou cestou im AH Donovalská rückgän­gig zu machen

2.      die Bemühungen zu intensivieren, das Gebäude der ehemaligen Kinderkrippe an der Straße Chomutovická für die Zwecke eines Kindergartens zu gewinnen

3.      den Mietvertrag in der ehemaligen Grundschule Hrabákova zu kündigen, wo ein Fitness­studio und eine Gastwirtschaft untergebracht sind

4.      die Möglichkeit zu prüfen, einen Kindergarten im AH Donovalská unterzubringen

Obwohl die einzelnen Punkte nacheinander abgestimmt wurden, haben die Gemeindevertreter alle Punkte abgelehnt. Dieser Beschluss ist eine eindeutige Botschaft an die Stadtverwaltung: wir wollen das Asylhaus nicht, erhaltet Fitnesstudio und Kneipe, wir haben kein Interesse an einem anderen Gebäude für den Kindergarten.

Diese Entscheidung erscheint uns so schockierend und gefährlich, dass wir keine andere Mög­lichkeit sehen, als alle anständigen Leute in diesem Land aufzurütteln. Schicken Sie bitte diese Nachricht weiter. Wir wenden uns auch an unsere Partner im Ausland.

Detaillierte Informationen und Aktuelles finden Sie auf der Internetseite http://www.sos-azyl.cz. Dort steht auch, wie Sie unsere elektronische Petition mit ihrer Stimme unterstützen können oder wo Sie den Petitionsbogen in Papierform herunterladen können. Schreiben Sie an den Oberbürgermeister von Prag und an den Bürgermeister von Prag 11.

Am Donnerstag, 29. Januar um 8 Uhr findet vor dem Gebäude des Magistrats der Haupt­stadt Prag auf dem Marienplatz (Mariánské náměstí) anlässlich der Sitzung des Stadtparla­ments der Hauptstadt Prag eine Demonstration statt. Kommen Sie und unterstützen Sie uns!

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass in Prag 11 die bürgerdemokratische Partei ODS und die sozialdemokratische Partei ČSSD gemeinsam regieren. Die Unterstützung unserer Sache hängt also nicht mit der „hohen Politik" zusammen. Es geht einfach nur um die Hilfe für sozial gefährdete Menschen und um ein Stück elementarer Menschlichkeit.


Der Verein
Společnou cestou

Pfarrgemeinde der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder Prag-Südstadt